Aktionsbericht: Klimastreik & Vattenfall!

Am 20. September fand der weltweite Klimastreik statt. In Hamburg sind laut Veranstalter über 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das ist unglaublich gut!

Wir haben den Tag zum Anlass genutzt, mit einer Flyeraktion vor Vattenfall darauf aufmerksam zu machen, dass es Vattenfall nach wie vor ein Kohlekraftwerk in Moorburg bei Hamburg betreibt.

Dabei haben einige AktivistInnen Schilder mit verschiedenen Forderungen an der Fassade angebracht. Ein aufgebrachter Mitarbeiter entfernte auch direkt welche an der Tür – da wurde wohl der richtige Nerv getroffen.

Die Forderungen hatten allesamt den Anspruch, aufzuzeigen, dass es die Konzerne zur Verantwortung gezogen werden müssen und die ArbeiterInnen nicht darunter leiden dürfen!

Sicher war diese Aktion nur symbolisch, aber ein klassenbewusster Anfang!

Anschließend beteiligten wir uns am Klimastreik und verteilten all unsere Flyer. Wir ziehen den Hut vor so viel Engagement und freuen uns, dass dieses wichtige Thema die Massen erreicht!

Überproduktion schafft Klimakrise!

Überproduktion schafft Klimakrise!

Moin Hamburg!

Warum produziert Volkswagen Millionen von Autos die bis heute keinen Abnehmer haben und einfach nur auf Lagerplätzen stehen?

Angebtrieben von der Logik das eigene Produkt mit jedem Mittel mit jedem Mittel verkaufen zu können, werden Waren vorsorglich in einem großen Umfang geschaffen und andere Konkurrenten ausbremsen sollen um den maximalen Profit zu erwirtschaften. Der Mythos, dass die Nachfrage das Angebot schafft ist eine verkürzte Sicht auf unser Wirtschaftssystem, da der Kapitalismus unkontrollierbar produziertund nicht nach unseren alltäglichen Bedürfnissen sowie der technischen Möglichkeiten oder wie erklärt man sich die Risse auf jedem zweiten Handy? Die Über-, oder unnötige Produktion schafft damit nicht nur eine unglaubliche Ressourcenverschwendung sondern fördert gleichzeitig den Klimawandel, da unnötig CO² in die Umwelt gepustet wird.

2015 ging in Hamburg das Kohlekraftwerk Moorburg von Vattenfall ans Netz, welches acht millionen Tonnen Co² und giftige Schwermetalle ausstößt. Durch veraltete Technik, ist das Kraftwerk etwa 50% efektiv – der Rest ist nur heiße Luft. Der Dreck landet in der Umgebung und in der Elbe. Die Firma Aurubis – welche Kupfer aufbereitet – bezieht mindestens 155MW von diesem Werk. Aurubis und Vattenfall sind nur zwei Beispiele in einer Produktionskette, welche unsere Welt nachhaltig zerstört. Für ihren Profit!

Eine Fabrik muss nicht 24 Stunden laufen, wenn schon zu viel produziert wird!

Wir müssen also zusammen etwas bewegen, für uns, für alle Menschen.

Welches Wirtschaftssystem wollen wir? Macht euch einen Plan!

Für den politischen Streik!

Für den Politischen Streik!

Deutschland hat weltweit das rückständigste und eingeschränkteste Streikrecht neben Japan und der Schweiz. Nicht zuletzt deswegen, leben wir in einem der streikärmsten Länder der bürgerlich-demokratischen Welt. Während in den meisten europäischen Ländern das Streikrecht zu politischen Themen über die Verfassung garantiert wird, ist ein solcher Streik in Deutschland illegal.

Dies ist verwunderlich, so akzeptierte doch die Bundesregierung zuletzt 1999 die überarbeitete europäische Sozialcharta, welche in ihrem Artikel 6 Abs. 4 „den ArbeitnehmerInnen das Recht auf kollektive Maßnahmen, einschließlich des Streikrechts im Falle von Interessenkonflikten“ einräumt. Mit diesen Interessen sind sowohl wirtschaftliche als auch politische gemeint.

Dies ist nicht nur ein Faustschlag in das Gesicht eines jeden politisch Aktiven, es ist darüber hinaus ein Verstoß gegen einen völkerrechtlichen Vertrag, gegen die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (Artikel 23) und gegen die Übereinkommen 87 sowie  98 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Politischer Streik wird illegalisiert – das nimmt uns Lohnabhängigen ein zentrales Mittel unserer Interessensvertretung!

Wirtschaftliche Interessen und politische Machtausübung lassen sich schließlich nicht trennen. Deswegen muss unser Streikrecht nicht nur auf höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in der jeweiligen Sparte begrenzt bleiben. Ob Solidaritätsstreik für andere Berufssparten im Arbeitskampf, Mietwucher in unserer Hansestadt, Klimakrise oder Frauen*streik:

Wir wollen gemeinsam auch auf der politischen Ebene Druck aufbauen!

Wir wollen den Solidaritätsstreik! Wir wollen den politischen Streik! Packen wir es an.