Interview mit einer Studentin über die Coronakrise auf Kuba

Im Interview mit der Architektin Patricia Gonzalez Valdivia, 25 Sie ist Organisatorin des Komitees des Verbandes junger Kommunisten (UJC) der Technischen Universität von Havanna „José Antonio Echeverría“, CUJAE 

Warum finden in Kuba so schnell Maßnahmen gegen die CoVid 19 Epidemie statt? 

Das erste, was wir verstehen müssen, ist, dass die Weltgesundheitsorganisation Sicherheitsprotokolle für die verschiedenen Phasen einer globalen Epidemie diktiert, aber jedes Land, entsprechend seiner Charakteristika, seine eigenen Entscheidungen trifft und diese anpasst. Deshalb hat jede Nation ihre eigenen Sicherheitsprotokolle, auch wenn sie Aspekte mit denen anderer Länder gemeinsam haben. Das Hauptziel dieser Protokolle oder Maßnahmen besteht darin, die Ausbreitung dieser Krankheit zu kontrollieren, was nur durch die Isolierung der Bevölkerung, die Feststellung positiver Fälle und die Schaffung der Kontaktlinie möglich ist. Aus diesem Grund wurden die verschiedenen Zivilschutzräte, die Massenorganisationen (FMC (Frauenorganisation), FEU (Studentenorganisation), CDR (Komitee zur Verteidigung der Revolution), CTC (Gewerkschaftsverband), die politischen Organisationen (UJC , PCC) und die Regierungsorganisationen (Ministerien) aktiviert, die alle vom Gesundheitsministerium geleitet werden. Für die Kubaner ist es eine Priorität, Disziplin zu erreichen und die Protokolle mit maximaler Effizienz auszuführen; dazu tragen wir alle von unserer Position aus bei. 

Ihr als Jugendverband seid sehr präsent, wenn Hilfe gebraucht wird im öffentlichen Leben. Was sind eure Aufgaben zurzeit? Unterscheiden sie sich von euren normalen Aufgaben? 

Der Kommunistische Jugendverband ist eine politische Organisation mit allgemeinen und spezifischen Aufgaben je nach den Ereignissen.  Klar ist, dass wir die Vorhut des kubanischen Jugenduniversumssind, deshalb sind wir dort, wo unsere Gesellschaft uns braucht. Offensichtlich befinden wir uns in einer epidemiologischen Situation, einer Krise, die eine Priorität darstellt, und die Aufgaben ändern sich. Derzeit unterstützt die CUJAE, UJC zusammen mit der FEU und den Universitätsverantwortlichen unser Land. Deshalb haben wir zunächst mit Hilfe der PCC und der Regierung einen Evakuierungsplan für unsere Studenten und Professoren organisiert; es wurde beschlossen, dass unsere Universität ein Isolationszentrum für die Epidemie sein wird, und wir haben daran gearbeitet, unsere Gebäude dafür vorzubereiten.  Wir unterstützen die Volksräte auch bei der Verteilung von Nahrungsmitteln an ältere und behinderte Menschen, um zu verhindern, dass sie ihre Häuser verlassen, da sie eine Gruppe sind, die anfällig für Infektionen ist. Wir haben unsere Verpflichtungen als Fachleute oder Studenten nicht vernachlässigt, da wir weiterhin von zu Hause aus Arbeiten und nach neuen Alternativen suchen. Es ist wichtig zu wissen, dass die UJC bereit ist, die in dieser Krise notwendigen Aufgaben zu erfüllen. 

„Diese Schlacht werden wir mit Einigkeit, Anstrengung und vor allem mit der Unterstützung unseres Volkes gewinnen“ diese Worte von Premierminister Manual Marrero Cruz waren in der Granma (Tageszeitung der PCC) zu lesen, was meint er damit? 

Unseres Land ist seit 1959 durch seine Einheit gekennzeichnet.  Wir haben viele Phasen von Schwierigkeiten durchlebt, aus denen wir gelernt haben und aus denen wir herauskommen konnten, aber immer vereint. Deshalb ruft unser Premierminister zur Einheit, zu Anstrengungen auf.  Dies ist eine sozialistische Gesellschaft, vom Volk und für das Volk, deshalb ist unsere Unterstützung gefragt. 

Denkst du ein derartiger Umgang in Zeiten einer Epidemie wäre in einem kapitalistischen Kuba möglich? Falls nein, was trägt der Sozialismus dazu bei?  

Kapitalismus und Sozialismus sind wirklich unterschiedliche Systeme, dass eine basiert auf dem Kapital, also dem Geld, und das andere auf der Gesellschaft und den Menschen. Es ist klar, dass ein sozialistisches System in dieser Situation besser ist, da die Interessen der Bevölkerung, die letztlich die Betroffenen sind, im Vordergrund stehen.  In Kuba geht es darum, Gerechtigkeit unter den Bürgern zu erreichen; jeder hat das Recht, in Krankenhäusern behandelt zu werden und unabhängig von seiner Kaufkraft Zugang zu den gleichen Ressourcen zu haben, was im Kapitalismus nicht möglich ist. 

In Deutschland kaufen die Menschen panisch vereinzelte Güter aus den Supermärkten ein, wie verhält sich das in Kuba? Gibt es etwas, das der Bevölkerung Angst macht? 

Deutschland, Kuba, Australien, China, die Vereinigten Staaten usw. sind Länder, die von Menschen bewohnt sind. Wir Menschen geraten in solchen Situationen (Quarantäne) in Panik und wie Tiere, wenn sie überwintern, versuchen sie, Ressourcen anzuhäufen, das ist unvermeidlich.  Kuba ist keine Ausnahme.  Der Unterschied zwischen Kuba und Deutschland ist wiederum das System.Vor Jahren wurde in Kuba ein System geschaffen, das die von mir angesprochene Gerechtigkeit sicherstellen soll, das Versorgungsbuch. Dadurch wird jeder Familienkern mit einem Minimum an Grundprodukten (Lebensmittel und Hygiene) versorgt. Gegenwärtig wurde beschlossen, sie für die Verteilung der Ressourcen des Landes zu verwenden, so dass das wenige oder viel, das wir haben, versucht wird, alle gleichermaßen zu erreichen.

Aktionsbericht: Klimastreik & Vattenfall!

Am 20. September fand der weltweite Klimastreik statt. In Hamburg sind laut Veranstalter über 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das ist unglaublich gut!

Wir haben den Tag zum Anlass genutzt, mit einer Flyeraktion vor Vattenfall darauf aufmerksam zu machen, dass es Vattenfall nach wie vor ein Kohlekraftwerk in Moorburg bei Hamburg betreibt.

Dabei haben einige AktivistInnen Schilder mit verschiedenen Forderungen an der Fassade angebracht. Ein aufgebrachter Mitarbeiter entfernte auch direkt welche an der Tür – da wurde wohl der richtige Nerv getroffen.

Die Forderungen hatten allesamt den Anspruch, aufzuzeigen, dass es die Konzerne zur Verantwortung gezogen werden müssen und die ArbeiterInnen nicht darunter leiden dürfen!

Sicher war diese Aktion nur symbolisch, aber ein klassenbewusster Anfang!

Anschließend beteiligten wir uns am Klimastreik und verteilten all unsere Flyer. Wir ziehen den Hut vor so viel Engagement und freuen uns, dass dieses wichtige Thema die Massen erreicht!

Überproduktion schafft Klimakrise!

Überproduktion schafft Klimakrise!

Moin Hamburg!

Warum produziert Volkswagen Millionen von Autos die bis heute keinen Abnehmer haben und einfach nur auf Lagerplätzen stehen?

Angebtrieben von der Logik das eigene Produkt mit jedem Mittel mit jedem Mittel verkaufen zu können, werden Waren vorsorglich in einem großen Umfang geschaffen und andere Konkurrenten ausbremsen sollen um den maximalen Profit zu erwirtschaften. Der Mythos, dass die Nachfrage das Angebot schafft ist eine verkürzte Sicht auf unser Wirtschaftssystem, da der Kapitalismus unkontrollierbar produziertund nicht nach unseren alltäglichen Bedürfnissen sowie der technischen Möglichkeiten oder wie erklärt man sich die Risse auf jedem zweiten Handy? Die Über-, oder unnötige Produktion schafft damit nicht nur eine unglaubliche Ressourcenverschwendung sondern fördert gleichzeitig den Klimawandel, da unnötig CO² in die Umwelt gepustet wird.

2015 ging in Hamburg das Kohlekraftwerk Moorburg von Vattenfall ans Netz, welches acht millionen Tonnen Co² und giftige Schwermetalle ausstößt. Durch veraltete Technik, ist das Kraftwerk etwa 50% efektiv – der Rest ist nur heiße Luft. Der Dreck landet in der Umgebung und in der Elbe. Die Firma Aurubis – welche Kupfer aufbereitet – bezieht mindestens 155MW von diesem Werk. Aurubis und Vattenfall sind nur zwei Beispiele in einer Produktionskette, welche unsere Welt nachhaltig zerstört. Für ihren Profit!

Eine Fabrik muss nicht 24 Stunden laufen, wenn schon zu viel produziert wird!

Wir müssen also zusammen etwas bewegen, für uns, für alle Menschen.

Welches Wirtschaftssystem wollen wir? Macht euch einen Plan!

Für den politischen Streik!

Für den Politischen Streik!

Deutschland hat weltweit das rückständigste und eingeschränkteste Streikrecht neben Japan und der Schweiz. Nicht zuletzt deswegen, leben wir in einem der streikärmsten Länder der bürgerlich-demokratischen Welt. Während in den meisten europäischen Ländern das Streikrecht zu politischen Themen über die Verfassung garantiert wird, ist ein solcher Streik in Deutschland illegal.

Dies ist verwunderlich, so akzeptierte doch die Bundesregierung zuletzt 1999 die überarbeitete europäische Sozialcharta, welche in ihrem Artikel 6 Abs. 4 „den ArbeitnehmerInnen das Recht auf kollektive Maßnahmen, einschließlich des Streikrechts im Falle von Interessenkonflikten“ einräumt. Mit diesen Interessen sind sowohl wirtschaftliche als auch politische gemeint.

Dies ist nicht nur ein Faustschlag in das Gesicht eines jeden politisch Aktiven, es ist darüber hinaus ein Verstoß gegen einen völkerrechtlichen Vertrag, gegen die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (Artikel 23) und gegen die Übereinkommen 87 sowie  98 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Politischer Streik wird illegalisiert – das nimmt uns Lohnabhängigen ein zentrales Mittel unserer Interessensvertretung!

Wirtschaftliche Interessen und politische Machtausübung lassen sich schließlich nicht trennen. Deswegen muss unser Streikrecht nicht nur auf höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in der jeweiligen Sparte begrenzt bleiben. Ob Solidaritätsstreik für andere Berufssparten im Arbeitskampf, Mietwucher in unserer Hansestadt, Klimakrise oder Frauen*streik:

Wir wollen gemeinsam auch auf der politischen Ebene Druck aufbauen!

Wir wollen den Solidaritätsstreik! Wir wollen den politischen Streik! Packen wir es an.